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Arzt und Patient – ein Herz und eine Seele

Hamburg, 17.02.2005. Gibt es ihn noch, den "Arzt meines Vertrauens"? Es sieht so aus, denn drei Viertel (77%) aller Deutschen haben zu ihrem Arzt "ein echtes Vertrauensverhältnis". Es mag an den vielen Jahren der Bindung liegen, dass mit steigendem Alter auch der Anteil derer, die angeben, ihrem Arzt zu vertrauen, steigt.

84 Prozent der über 55-Jährigen gegenüber 72 Prozent der unter 35-Jährigen machen diese Aussage. Bei der Bildung eines solchen Vertrauensverhältnisses spielt der Hausarzt eine wesentliche Rolle. Patienten mit einem Hausarzt (79%) geben in stärkerem Maße ein Vertrauensverhältnis in ihrem Arzt an als Patienten ohne Hausarzt (50%). Die Tradition zuerst den Hausarzt zu konsultieren, scheint ungebrochen. 91 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren haben einen Hausarzt – Kassenpatienten gehören sogar zu 93 Prozent zu dieser Gruppe gegenüber 81 Prozent der Privatversicherten. Das ergab eine repräsentative Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts Ipsos in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin planung&analyse.

Vertrauen schafft Treue und Verbundenheit. 82 Prozent aller Befragten haben ihren Hausarzt in den letzten zwei Jahren nicht gewechselt. Diese Tendenz, seinem Arzt treu zu bleiben, ist vor allem bei älteren Patienten deutlich zu erkennen. Sind es bei den über 55jährigen sogar 87 Prozent, die ihren Hausarzt nicht gewechselt haben, so sinkt dieser Anteil auf 73 Prozent bei den unter 34jährigen. Die Gründe der 18 Prozent, die den Arzt dennoch wechselten, sind aufschlussreich: Ein Drittel der Patienten, die ihren Arzt in den letzten zwei Jahren gewechselt haben, taten dies vor allem wegen des Gefühls, nicht richtig behandelt worden zu sein. Besonders Männer waren mit der Diagnose ihres Arztes nicht zufrieden (42%). Ein weiteres Drittel der "Wechsler" gibt eine nicht weiter spezifizierte "allgemeine Unzufriedenheit" an. Ist erstmal eine latente Unzufriedenheit mit dem Arzt vorhanden, greifen schnell Empfehlungen von Freunden und Bekannten für einen anderen Arzt - mit 31 Prozent der dritthäufigste Wechselgrund. Auch Umzug(19%) und schlechte Erreichbarkeit der Praxis (12%) spielen eine Rolle für den Arztwechsel. Immerhin gut jeder zehnte Befragte (12%) wechselte in den letzten zwei Jahren seiner Arzt aufgrund zu langer Wartezeiten in der Praxis. Vor allem für Erwerbstätige spielt dieses Argument eine Rolle.

Hausärzte haben eine besondere Chance, ein Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten aufzubauen. Um eine langfristige Patientenbindung zu gewährleisten, sollten die Behandlungsmethoden verständlich vermittelt werden, um dem Gefühl, falsch behandelt zu werden entgegen zu wirken. Rundum zufriedene Patienten werden auch Arzt-Empfehlungen von Freunden nicht erliegen und bei langen Wartezeiten "mal ein Auge zudrücken".

  Gesamt Geschlecht
Frauen Männer
Basis 179 100 79
Ich war allgemein nicht mehr zufrieden 32% 31% 33%
Ich hatte das Gefühl, nicht richtig behandelt zu werden 33% 26% 42%
Ich hatte von Freunden/ Bekannten einen anderen Arzt empfohlen bekommen 31% 31% 32%
Ich bin in eine andere Stadt/ Gegend gezogen 19% 17% 22%
Die Praxis lag ungünstig, war schlecht zu erreichen 12% 12% 13%
Man musste immer zu lange warten 12% 11% 14%

Steckbrief

Feldzeit: 03. bis 06. Januar 2005
Stichprobengröße: 1.000 Personen ab 14 Jahren, repräsentativ für die deutschsprechende, telefonisch erreichbare Bevölkerung in Deutschland
Methode: telefonische Interviews mit CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing)

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos S.A., mit Hauptsitz in Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in 39 Ländern zur Ipsos Gruppe. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. Die Ipsos GmbH ist in Deutschland an den Standorten Hamburg und Mölln vertreten.

Durchführung in Kooperation mit der Fachzeitschrift planung&analyse

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA, Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos-Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 350 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 53 Millionen Euro (2004) das drittgrößte Ad-hoc-Marktforschungsinstitut.

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