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Bundestagswahl 2005: Was bringt der Wahlkampf wirklich?

Uni Duisburg und Ipsos erforschen die Dynamik des Wahlkampfes

Hamburg/Mölln/Duisburg, 16. September 2005. Wenn am Montag die Wahlplakate wieder abgehängt und die Broschüren, Anstecker und Luftballons wieder eingesammelt werden, werden sich nicht nur die Strategen, sondern auch viele Wähler fragen – was hat der ganze Wahlkampf eigentlich gebracht?

Eine Antwort darauf wird ein Forschungsprojekt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen geben: Welche Bedeutung haben eigentlich Wahlkämpfe für den Ausgang von Wahlen? Unter der Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck wird im Projekt "Kampagnen-Dynamik 2005" ein neuartiges Verfahren der Datenerhebung eingesetzt, um eine der großen ungeklärten Fragen der empirischen Wahl- und Kommunikationsforschung einer Antwort näher zu bringen, indem die dynamischen Änderungen der öffentlichen Meinung in der Vorwahlzeit und ihre Hintergründe untersucht werden. Unterstützt wird das Team von Prof. Dr. Schmitt-Beck von den Experten der Sozial- und Politikforschung der Ipsos GmbH, die für diese komplexe Studie die Daten erheben.

Ziel des Projektes ist die erste umfassende Analyse der Wirkungen eines Wahlkampfes auf das Wählerverhalten in Deutschland. Studien aus anderen Demokratien haben in jüngerer Zeit belegt, dass Wahlkämpfe wichtiger sind als traditionell vermutet. Am Beispiel der vorgezo-genen Bundestagswahl am 18. September 2005 wird nun untersucht, ob und wie die Ereignisse des Wahlkampfes Wahrnehmungen, Einstellungen und Wahlentscheidungen der Wähler und das Ergebnis dieser außergewöhnlichen Wahl beeinflussen. Dazu gehören politische Stellungnahmen und öffentliche Inszenierungen der Parteien, wie z.B. Parteitagsreden, Präsentationen von "Schattenkabinetten" oder das Fernseh-"Duell" der Kanzlerkandidaten, ebenso wie Versprecher, verbale Ausrutscher und andere "Fehler" der Kandidaten. Aber vordergründig unpolitische Ereignisse, wie z.B. die Elbe-Flut vor der letzten Wahl sind in ihrer Wirkung zu analysieren.

Um diese Dynamik einzufangen, greift das Projekt auf eine innovative, in Deutschland noch nie eingesetzte Forschungsmethode zurück, die in den letzten Jahren in mehreren Ländern mit eindrucksvollem Erfolg für Wahlkampfanalysen angewandt wurde: eine für die wahlberechtigte Bevölkerung repräsentative sog. "Rolling Cross-Section"-Umfrage mit täglichen Interviews auf der Basis von Zufallsstichproben über den Gesamtverlauf des Wahlkampfes. Diese Daten werden detaillierten Aufschluss über die dynamischen Effekte des Wahlkampfgeschehens auf die Einstellungen und Meinungen der Wähler zu Parteien, Kandidaten und Sachproblemen geben. Sie werden überdies aufzeigen, wie sich Wähler mit und ohne Parteienbindungen, Wähler, die sich stark oder nicht so stark für Politik interessieren, oder Wähler, welche sich eher über das Fernsehen oder eher durch politische Gespräche über das politische Geschehen informieren, im Hinblick auf ihre Beeinflussbarkeit unterscheiden. Dazu werden die Wähler nicht nur vor der Bundestagswahl befragt, sondern noch ein zweites Mal nach der Wahl. Auf diese Weise kann z.B. genau verfolgt werden, wer letztlich doch noch seine Meinung geändert hat, wie der Wahlkampf die Meinungen und Einstellung der Wähler verändert, und welches die Gründe dafür waren. So entsteht ein umfassendes Bild darüber, wer wie was und warum wählt – und warum Wahlkämpfe doch wichtig sein können.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert dieses Projekt mit € 200.000. Damit ist es eines der größten Projekte, die aus Anlass der kommenden Bundestagswahl durchgeführt werden. 

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA, Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos-Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 350 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 53 Millionen Euro (2004) das drittgrößte Ad-hoc-Marktforschungsinstitut.

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