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Die Preisspirale im Kopf - Wie preissensibel sind die Deutschen?

Hamburg/Mölln, 14. September 2005. Nicht erst Hurrikan "Katrina" sorgt im "Teuroland" für zunehmende Sensibilität gegenüber Preiserhöhungen, die von Konzernen gern abmildernd als "Preisanpassungen" tituliert werden. Insbesondere bei den Benzin- und Energiekosten achtet inzwischen die Mehrheit der Deutschen stark auf Preisänderungen. Doch erweist sich die Geldbörse nicht bei allen Produkten und Dienstleistungen als gleichermaßen empfindlich. Im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage befragte Ipsos insgesamt 500 Personen, bei welchen Produkten bzw. Dienstleistungen Preisänderungen besonders intensiv wahrgenommen werden und in welchen Bereichen innerhalb der letzten sechs Monate Preisveränderungen negativ aufgefallen sind.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten wenig verwunderlich: Nahezu jeder Deutsche ist auf das Thema "Kraftstoff" sensibilisiert. 80 Prozent der Befragten äußern, sie achten beim Benzin (sehr) stark auf Preisveränderungen (72% "Ich achte sehr stark auf Preisveränderungen"; 8% "Ich achte stark auf Preisveränderungen“). Bei Westdeutschen (82% Top-2-Boxes) fällt diese Sensibilität (noch) stärker aus als bei Ostdeutschen (74%).

Auch beim Thema Strom zeigen sich die Deutschen überdurchschnittlich empfindlich: Drei von fünf Befragten geben an, bei den Strompreisen auf Preisveränderungen acht zu geben (40% "sehr stark", 20% „stark“). Im Gegensatz zum Treibstoff sind hier jedoch Ostdeutsche (67% Top-2-Boxes) gegenüber Westdeutschen (57%) in höherem Maße sensibilisiert.

Abgesehen vom Benzin legen Ostdeutsche bei allen abgefragten Produkten/ Dienstleistungen ein stärkeres Augenmerk auf Preiserhöhungen als Westdeutsche. Sehr deutlich wird das bei Kaffee, Brot/Brötchen, Zeitungen/Zeitschriften und Strom. Eine generell stärker ausgebildete Preissensibilität ist auch bei älteren (ab 55 Jahren) gegenüber jüngeren Befragten (bis 34 Jahre) sowie bei gering Gebildeten (Volks-/ Hauptschulabschluss) gegenüber höher Gebildeten (Abitur/ Hochschulabschluss) festzustellen.

Darüber hinaus gibt es klare geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen achten bei Obst und Gemüse (60% vs. 39% Top-2-Boxes), Brot/ Brötchen (46% vs. 36%), Kaffee (41% vs. 36%) und Bahnfahrkarten (33% vs. 27%) stärker auf Preiserhöhungen; Männer dagegen bei Strom (63% vs. 57%), Gas (40% vs. 37%) und Internetkosten (39% vs. 30%).

Und bei welchen Produkten bzw. Dienstleistungen sind in den vergangenen sechs Monaten Preisveränderungen besonders negativ aufgefallen? Neben dem klar in Front liegenden Benzin (96% aller Deutschen haben hierbei Preisveränderungen (besonders) negativ wahrgenommen!) finden sich auf der Hitliste wahrgenommener Erhöhungen weitere Energiekomponenten (Strom 65% Top-2-Boxes, Gas 52%), Genussmittel wie Kaffee und Zigaretten (jeweils 50%) sowie Obst und Gemüse (45%).

Bleibt eine positive Meldung: Jeder fünfte Befragte (20%) attestiert den Internetkosten eine leicht bzw. sehr positive Entwicklung, 57 Prozent finden die Preise sind unverändert.

Im folgenden Diagramm sind die abgefragten Produkte/ Dienstleistungen in vier Segmente eingeteilt:

Im rechten oberen Quadranten sind Produkte abgebildet, bei denen die Verbraucher stark auf Preisveränderungen achten und bei denen Preisveränderungen in den letzten sechs Monaten (besonders) negativ wahrgenommen wurden (Benzin, Strom, Obst und Gemüse). Im rechten unteren Quadranten befinden sich Elemente, bei denen zwar stark auf den Preis geachtet wird, jedoch nicht in überdurchschnittlichem Maße Preiserhöhungen aufgefallen sind. Typisches Beispiel hierfür sind Krankenversicherungen. Im Quadranten links unten sind Produkte dargestellt, bei denen eine unterdurchschnittliche Preissensibilität besteht und gleichzeitig auch nur wenig Preiserhöhungen wahrgenommen wurden. Dazu zählen vor allem Internetkosten, Zeitungen und Zeitschriften sowie die Mietpreise. Im linken oberen Quadranten schließlich sind Elemente zu finden, bei denen Preiserhöhungen durchaus verstärkt wahrgenommen wurden, jedoch insgesamt eine unterdurchschnittliche Sensibilität gegenüber Preisveränderungen vorhanden ist (bei Gas, Kaffee, Zigaretten).

Steckbrief

Feldzeit: 05. bis 07. September 2005
Stichprobengröße: 500 Personen ab 14 Jahren, repräsentativ für die deutschsprechende, telefonisch erreichbare Bevölkerung in Deutschland
Methode: telefonische Interviews mit CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing)

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA, Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos-Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 350 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 53 Millionen Euro (2004) das drittgrößte Ad-hoc-Marktforschungsinstitut.

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