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Wer nicht lesen will, muss hören?

Ipsos-Marktforscher untersuchen den Stellenwert des Hörbuches

Hamburg/Mölln, 20. Oktober 2005. Hörbücher verzeichnen enorme Umsatzzuwächse und entwickeln sich angesichts des stagnierenden Buchgeschäfts zum Hoffnungsträger der Branche. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse untersuchten die Marktforscher der Ipsos GmbH in Kooperation mit dem Fachmagazin planung&analyse im Rahmen einer repräsentativen Umfrage Nutzung, Akzeptanz und Potenziale von Hörbüchern.

Jeder dritte Befragte (33%) gibt an, überhaupt schon einmal in ein Hörbuch hineingehört zu haben, bei den Jüngeren bis 34 Jahre liegt der Anteil bei 37 Prozent. Nur jeder zehnte Nutzer zählt sich allerdings zum „regelmäßigen Hörer“, Frauen deutlich stärker als Männer (14% gegenüber 5%). Dagegen bekennen sich 31 Prozent zur „gelegentlichen“ und 59 Prozent zur „seltenen“ Hörerschaft. Auffällig ist der höhere Bildungsgrad der Hörbuchkomsumenten. 44 Prozent haben Abitur oder Hochschulabschluss und zählen damit ohnehin zu den „Vielnutzern“ von Büchern, Zeitschriften und Musik-CDs. Unter regelmäßigen Bücherlesern liegt der Anteil an Hörbuchnutzern insgesamt (41%) und der der regelmäßigen Nutzer (14%) ebenfalls über dem Durchschnitt. Dagegen hatten 81 Prozent aller Hauptschulabsolventen noch keinen Kontakt zu Hörbüchern.

Und wie werden Hörbücher generell beurteilt? Für knapp die Hälfte aller Befragten stellt das Hörbuch eine gute Alternative zum Buch dar (49% „stimme voll und ganz zu“/“stimme zu“),  43 Prozent sehen in ihnen auch eine Alternative zum Radioprogramm, Frauen dabei eher als Männer (46% vs. 39%). Vier von zehn Befragten (42%) glauben, dass Hörbücher für Leute sind, die keine Zeit zum Lesen haben.

Zwar ist gut jeder zweite Befragte (55%), vor allem unter 35-Jährige (61%), der  Meinung, dass Hörbücher dazu beitragen, dass immer weniger gelesen wird. Demgegenüber unterstützen aber fast drei Viertel  (71%) der Deutschen die Aussage, dass Hörbücher niemals das Lesevergnügen ersetzen können. Dies unterstreichen interessanterweise auch 69 Prozent der Hörbuchnutzer und natürlich 73 Prozent der regelmäßigen Bücherleser.

Der seit einiger Zeit von einigen Zeitungen und Zeitschriften angebotenen Möglichkeit, Artikel als Audioversion zum Anhören zu beziehen, stehen die meisten Befragten noch eher skeptisch gegenüber. Gut zwei Drittel (68%) betrachten diese Neuerung des „Zeitungshörens“ als nicht notwendig, bei jüngeren Menschen bis 34 Jahre sind sogar 81 Prozent dieser Meinung.


Hörbücher sind nach diesen Erkenntnissen weniger ein Ersatzmedium, sondern vielmehr eine Ergänzung zum bereits bestehenden medialen Angebot. Hörbuchnutzer weisen eine hohe Affinität zu anderen Medien auf. Insbesondere regelmäßige Bücherleser sind Hörbüchern gegenüber  aufgeschlossen, was zeigt, dass Hörbücher und Bücher weniger als Konkurrenten sondern vielmehr als sich ergänzende Partner verstanden werden.

Steckbrief

Feldzeit: 04. bis 05. Oktober 2005
Stichprobengröße: 500 Personen ab 14 Jahren, repräsentativ für die deutschsprechende, telefonisch erreichbare Bevölkerung in Deutschland
Methode: CATIBUS (Ipsos Observer), telefonische Interviews mit CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing)

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA, Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos-Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 350 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 53 Millionen Euro (2004) das drittgrößte Ad-hoc-Marktforschungsinstitut.

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