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Wechsel-Spannung im Energiesektor?

Ipsos-Studie untersucht Einstellung gegenüber Stromanbietern

Hamburg/Mölln, 21. August 2006. Nach ihrer Wechselabsicht für verschiedene Versorgungsbereiche des täglichen Lebens gefragt geben acht Prozent der Deutschen an, in den nächsten 12 Monaten ihren Telefonanbieter für Festnetz wechseln zu wollen, sieben Prozent planen einen Wechsel ihres Stromversorgers.

Das Marktforschungsinstitut Ipsos untersuchte in Kooperation mit planung & analyse im Rahmen einer repräsentativen CATI-Umfrage mit 500 Befragten ab 14 Jahren deren Einstellungen gegenüber Stromanbietern und ihre generelle Wechselbereitschaft.

Wechselbereitschaften sind generell bei den Befragten unter 35 Jahren und den höher gebildeten (Abitur / Universitätsabschluss) ausgeprägter; so planen 14 Prozent der höher gebildeten Befragten in den nächsten 12 Monaten ihren Stromanbieter zu wechseln, 13 Prozent ihren Festnetzanbieter, und 12 Prozent der jüngeren Befragten sind auf der Suche nach einer neuen Bank bzw. Sparkasse. Ein sehr große Mehrheit der Befragten (80%) verspürt allerdings überhaupt keine Wechselneigung bezüglich Strom, Telefonie oder gar Krankenkasse. Offenbar haben die geänderten Wettbewerbsbedingungen der Ex-Monopol-Märkte auch nach acht Jahren nicht zu dem Wettbewerbsdruck geführt, der ursprünglich vermutet wurde.

So stimmen zwei Drittel der Deutschen (67%) der Aussage zu „Es gibt keinen wirklichen Wettbewerb, die Preise werden von den großen Anbietern diktiert“ und 44 Prozent sind der Auffassung, sie bräuchten ihren Stromanbieter nicht zu wechseln, da sie bei einem anderen auch nicht weniger zahlten.
Dennoch dreht sich alles um den Preis: unabhängig davon, ob ein Wechsel des Stromanbieters geplant ist, wurde "ein preisgünstigeres Angebot" von zwei Drittel (69%) der Befragten als wichtigstes Kriterium für einen Wechsel eingestuft, bei niedrigen Haushaltsnettoeinkommen (unter 1250 Euro) sogar von 82 Prozent. Jeder Zweite (56%) stimmt entsprechend der Aussage „Strom ist Strom, das einzige was zählt ist der Preis“ zu.

Gut jeder dritte Befragte (37%) interessiert sich dafür, aus welcher Energiequelle der Strom kommt. Als Wechselkriterium ist ein Angebot, das aus rein regenerativen Energien besteht, für jeden fünften (21%) Befragten ein Argument, seinen Stromanbieter zu wechseln, vor allem jüngere Befragte (30%), höher gebildete (31%), und Westdeutsche (24%) fühlen sich davon angesprochen. 13 Prozent würden für ein Angebot „ohne Atomstrom“ zu einem anderen Anbieter wechseln.

Weitere Wechselgründe sind "regionaler Anbieter" (16%), "bessere Kundenservice" (14%). "Angebot mit "Extras" für den Kunden" wie z.B. eine Kundenkarte spielen mit 4% keine Rolle im Wechselverhalten bundesdeutscher Haushalte.

Auffällig ist, dass jeder siebte Befragte (14%) seinen derzeitigen Stromanbieter nicht namentlich benennen kann, also dem Thema Stromversorger nur eine untergeordnete Aufmerksamkeit widmet. Bei der gestützten Nachfrage zur Bekanntheit von Stromversorgern spiegelt sich das Bild der oligopolistisch geprägten Stromlandschaft wider: liegt E.ON mit 93 Prozent vor Yello (91%) und RWE (80%). Generell gilt: je höher das Bildungsniveau der Befragten, desto mehr Stromanbieter sind bekannt. Während RWE bei älteren Befragten bekannter ist, hat z.B. der Öko-Strom-Anbieter Lichtblick bei unter 35 jährigen einen Bekanntheitsgrad von 16% (gegenüber 8% insgesamt).

Wird aber wirklich jemand den Anbieter wechseln? Nur 18 Prozent der Befragten informieren sich nach eigenen Angaben aktiv und regelmäßig über verschiedene Stromanbieter. Für immerhin ein Drittel der Befragten (34%) würde ein Wechsel nicht daran scheitern, dass er zu kompliziert ist, 46 Prozent sehen hier allerdings eine Wechselbarriere. Diese Barriere steigt mit zunehmendem Alter, mit abnehmendem Bildungsgrad und auch mit abnehmendem Haushaltsnettoeinkommen.

Steckbrief

Feldzeit: 17. bis 18. Mai 2006
Stichprobengröße: 500 Personen ab 14 Jahren, repräsentativ für die deutsch sprechende, telefonisch erreichbare Bevölkerung in Deutschland
Methode: telefonische Interviews mit Ipsos Express, CATI

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA mit Hauptsitz in Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos - Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 320 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 52 Mio. € (2005) das drittgrößte ad-hoc Marktforschungsinstitut.

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