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Wellness-Produkte – teueres Verwöhnvergnügen?

Ipsos-Studie über die Ansichten zu Wellness-Artikeln

Hamburg, 04. Oktober 2006. Der Begriff „Wellness“ ist in aller Munde. Er beschreibt einen der zukunftsträchtigsten Märkte, dessen Volumen auf ca. 50 Milliarden Euro geschätzt wird - 1 mit Umsätzen von Saunalandschaften bis zu Abverkäufen pro-biotischer Joghurts allerdings eine eher diffuse Produktkategorie.

Fast jeder Deutsche (90%) hat schon einmal von „Wellness-Produkten“ gehört, darunter sind überdurchschnittlich viele Frauen, Personen mittleren Alters (25-44 Jahren) sowie Befragte mit höherer Schulbildung. Befragte, die unter Übergewicht, Schlafstörungen oder Stress leiden, kennen Wellness-Produkte deutlich häufiger als solche, die angeben, nicht unter Beschwerden zu leiden.

Das geht aus einer Online-Befragung hervor, die das Marktforschungsinstitut Ipsos in Kooperation mit dem Fachmagazin planung&analyse repräsentativ unter Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren durchführte. Was genau verbindet der Konsument mit „Wellness-Produkten“? Wodurch zeichnen sie sich aus? Werden Ihnen besondere Eigenschaften zugesprochen? Und wenn ja, welche? Diesen Fragen wird im ersten Teil der Wellness-Studie nachgegangen. Der zweite Teil befasst sich mit den Interessenten und Käufern von Wellness-Produkten.

Zwei Drittel der befragten Online-User (69%) stimmen der Aussage zu, dass Wellness-Produkte teurer sind als andere Produkte, nur jeder Fünfte (21%) spricht ihnen eine bessere Qualität als anderen Produkten zu. Das Wellness-Versprechen eines Produktes wird somit nicht unbedingt als Garant für höhere Qualität angesehen. Allerdings ist die Mehrheit der Konsumenten der Auffassung, dass sie sich mit Wellness-Produkten selbst verwöhnen können (53%) und so Körper und Geist in Balance halten (45%), vor allem Frauen unterstreichen diese Aspekte. Wellness und Verwöhnen verbinden außerdem überwiegend die gestresste Altersgruppe der 25-44-Jährigen und Höhergebildete. Diese Dimension eröffnet in Zeiten von steigender Arbeitsbelastung, Leistungsdruck und Stress neue Perspektiven für die Produktentwicklung und Kommunikation. Interessanterweise sind es überdurchschnittlich die Jüngsten (16-24 Jahre), die meinen, Wellness-Produkte verzögerten den Alterungsprozess (33% gegenüber durchschnittlich 22%). Die Mehrheit der Befragten (55%) meint zudem, dass Wellness-Produkte von bekannten Marken angeboten werden - eine Chance für Markenhersteller, sich in dieser Produktkategorie gegen Handelsmarken zu behaupten.

Hinsichtlich der Eigenschaften und Wirkung von Wellness-Produkten sind die Befragten unsicher. Etwa jeder Zweite kann nicht genau sagen, ob Wellness-Produkte umweltverträglich sind, gesünder als andere Produkte, besser verträglich, aus biologischen Anbau, ohne Konservierungsstoffe, kalorienreduziert oder aufwändig in der Herstellung und ebenso viele sind sich nicht sicher, ob Wellness-Produkte helfen, Krankheiten zu lindern. Diese Verunsicherung könnte daraus resultieren, dass das Wellness-Etikett inflationär eingesetzt wird und sich in qualitativer Hinsicht sehr unterschiedliche Produkte unter diesem Obergriff tummeln. Dadurch, dass der Wellness-claim auf vielen Produkten  einfach ausgeschrieben wird ohne besondere Produktleistungen zu garantieren, wird Vorurteilen gegenüber Wellness-Produkten Vorschub geleistet.

Dem sollte mit der verstärkten Vermittlung von spezifischen Produkteigenschaften und Wirkungsweisen, die tatsächlich einen Zusatznutzen darstellen und die realen Bedürfnisse des Konsumenten befriedigen, entgegengewirkt werden. So kann sich auch ein höheres Preisniveau legitimieren. Langfristiger Erfolg stellt sich aber nur dann ein, wenn sich das Wellness-Produkt nach dem Kauf beweist und die generierten Erwartungen auch tatsächlich erfüllt.

Steckbrief

Feldzeit: 25-29. August 2006
Stichprobe: 1.000 Personen im Alter von 16-64 Jahren, die privat das Internet nutzen, repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland
Methode: Ipsos i:omnibusTM (Online Mehrthemenumfrage).

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA mit Hauptsitz in Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos - Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 320 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 52 Mio. € (2005) das drittgrößte ad-hoc Marktforschungsinstitut.

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