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Zielgruppe: Wellness-Konsumenten – Teil 1

Wellness-Produkte: Teures Verwöhnvergnügen?

Hamburg, 02. Oktober 2006. Der Begriff „Wellness“ ist in aller Munde. Er beschreibt einen der zukunftsträchtigsten Märkte, dessen Volumen auf ca. 50 Milliarden Euro geschätzt wird - 1 mit Umsätzen von Saunalandschaften bis zu Abverkäufen pro-biotischer Joghurts allerdings eine eher diffuse Produktkategorie.

Was genau verbindet der Konsument mit „Wellness-Produkten“? Wodurch zeichnen sie sich aus? Werden Ihnen besondere Eigenschaften zugesprochen? Und wenn ja, welche? Diesen Fragen wird im ersten Teil der Wellness-Studie nachgegangen, die Ipsos in Kooperation mit planung & analyse im Rahmen einer repräsentativen Online-Befragung unter Personen im Alter von 16-64 Jahren durchführte. Der zweite Teil befasst sich mit den Interessenten und Käufern von Wellness-Produkten.

Die große Mehrheit der Befragten (90%) hat schon einmal etwas von „Wellness-Produkten“ gehört, darunter sind überdurchschnittlich viele Frauen (93%), Personen mittleren Alters (25-44 Jahren, 93%) sowie Befragte mit höherer Schulbildung (93%). Befragte, die unter Übergewicht, Schlafstörungen oder Stress leiden, kennen Wellness-Produkte deutlich häufiger als solche, die angeben, nicht unter Beschwerden zu leiden.

Teures Verwöhnvergnügen?
Zwei Drittel der befragten Online-User (69%) stimmen der Aussage zu, dass Wellness-Produkte teurer sind als andere Produkte, nur jeder Fünfte (21%) spricht ihnen eine bessere Qualität als anderen Produkten zu. Das Wellness-Versprechen eines Produktes wird somit nicht unbedingt als Garant für höhere Qualität erachtet.

Chancen bietet hingegen eine andere Eigenschaft, die Wellness-Produkten in relativ hohem Maß zugeschrieben wird: „Self-indulgence“. Die Konsumenten sind der Auffassung, dass sie sich mit Wellness-Produkten selbst verwöhnen können (53%) und so Körper und Geist in Balance halten (45%), vor allem Frauen unterstreichen diese Aspekte. Wellness und Verwöhnen verbinden außerdem überwiegend die gestresste Altersgruppe der 25-44-Jährigen und Höhergebildete. Diese Dimension eröffnet in Zeiten von - realer oder lediglich als solche empfundene - starker Arbeitsbelastung, Leistungsdruck und Stress neue Perspektiven für die Produktentwicklung und Kommunikation.
Interessanterweise sind es überdurchschnittlich die Jüngsten (16-24 Jahre), die meinen, Wellness-Produkte verzögerten den Alterungsprozess! (33% gegenüber durchschnittlich 22%). Des Weiteren meint die Mehrheit der Befragten, dass Wellness-Produkte von bekannten Marken angeboten werden (55%); die diese Produktkategorie somit erfolgreich für sich besetzen konnten. Den Markenherstellern bietet sich folglich die Möglichkeit, sich in diesem Bereich gegen Handelsmarken zu behaupten, die ebenfalls verstärkt auf Bio-Produkte, Produkte aus der Region u.ä. setzen.

Insgesamt zeigt sich eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Eigenschaften und Wirkung von Wellness-Produkten. Etwa jeder zweite Befragte vergibt auf der 5erSkala die „weder noch“-Position (3) oder gibt „weiß nicht“ an, wenn es darum geht, ob Wellness-Produkte umweltverträglich sind, gesünder als andere Produkte, besser verträglich, aus biologischen Anbau, ohne Konservierungsstoffe, kalorienreduziert oder aufwändig in der Herstellung und ebenso viele sind sich nicht sicher, ob Wellness-Produkte helfen, Krankheiten zu lindern.

Hinsichtlich dieser Eigenschaften besteht noch deutlicher Aufklärungsbedarf seitens der Anbieter – hier ist ein Ansatzpunkt für eine entsprechende Kommunikation mit dem Konsumenten zu sehen.

Fazit
Kaum jemand, der noch nichts von Wellness-Produkten gehört hat. Die Produkte, die sich mit Wellness-Benefits schmücken, werden generell als eher teuer empfunden. Eine bessere Qualität, die höhere Preise rechtfertigen könnte, wird ihnen in relativ geringem Maße zugeschrieben. Über viele Eigenschaften wie biologischer Anbau, Kalorienreduzierung und Verträglichkeit sich die Konsumenten nicht ganz im Klaren.
Das könnte daraus resultieren, dass das Wellness-Etikett inflationär eingesetzt wird und sich in qualitativer Hinsicht sehr unterschiedliche Produkte unter dem Obergriff „Wellness“ tummeln. Dadurch, dass der Wellness-claim auf vielen Produkten einfach ausgeschrieben wird ohne besondere Produktleistungen zu garantieren, wird Vorurteilen gegenüber Wellness-Produkten Vorschub geleistet.
Dem sollte mit der verstärkten Vermittlung von spezifischen Produkteigenschaften und Wirkungsweisen, die tatsächlich einen Zusatznutzen darstellen und die realen Bedürfnisse des Konsumenten befriedigen, entgegengewirkt werden. So kann sich auch ein höheres Preisniveau legitimieren. Langfristiger Erfolg stellt sich aber nur dann ein, wenn sich das Wellness-Produkt nach dem Kauf beweist und die generierten Erwartungen auch tatsächlich erfüllt.

Steckbrief

Feldzeit: 25-29. August 2006
Stichprobe: 1.000 Personen im Alter von 16-64 Jahren, die privat das Internet nutzen, repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland
Methode: Ipsos i:omnibusTM (Online Mehrthemenumfrage).

Über Ipsos

Die Ipsos GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ipsos SA mit Hauptsitz in Paris. Weltweit gehören Marktforschungsinstitute in über 40 Ländern zur Ipsos - Gruppe, die damit international Platz drei einnimmt. Seit 1999 ist Ipsos SA an der Pariser Börse notiert. In Deutschland ist die Ipsos GmbH mit 320 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 52 Mio. € (2005) das drittgrößte ad-hoc Marktforschungsinstitut.

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