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Deutsche wenig Angst vor Vogelgrippe

Ipsos untersucht Einstellung zur Vogelgrippe in acht Ländern weltweit

Verzicht auf Geflügel und Eier geht in Deutschland gegenüber 2006 zurück
Regierungsmaßnahmen werden als ausreichend beurteilt
Größte Besorgnis in Saudi Arabien, Ägypten und Thailand Hamburg/Mölln, 10. August 2007. Eine aktuelle Befragung in acht Ländern weltweit ergab, dass die Befürchtungen hinsichtlich der Vogelgrippe in Deutschland am geringsten sind.

49 Prozent der Deutschen zeigen sich besorgt, davon ist aber die Mehrheit nur „mäßig besorgt“. In den USA (58% „besorgt“), der tschechischen Republik (60%), Kanada (61%), Großbritannien (62%) und vor allem in Thailand (77%), Ägypten (84%) und Saudi Arabien (85%) gehen mit der Vogelgrippe weitaus größere Ängste in der Bevölkerung einher.

Dabei treten seit Ende Juni diesen Jahres in Deutschland wieder verstärkt Fälle der Vogelgrippe auf. Bereits in vier deutschen Bundesländern wurde das auch für Menschen gefährliche H5N1-Virus nachgewiesen. Nachdem nun neben Deutschland auch Ungarn, Großbritannien, Tschechien und Frankreich erneut Fälle der Vogelgrippe zu verzeichnen hatten, stuften die deutschen Behörden die aktuelle Bedrohung wieder von „mäßig“ auf „hoch“.

Ein weiteres Ergebnis, der weltweit angelegten Mehrthemenumfrage, die das Marktforschungsinstitut Ipsos nach 2006 bereits zum zweiten Mal durchführt, bezieht sich auf die Sorge um das Erkranken von Familienmitgliedern am H5N1-Virus in den verschiedenen Ländern. Auch hier führt Deutschland wiederum die Liste der „Unbesorgten“ an. Nur gut jeder Dritte (38%) äußert seine Besorgnis in dieser Richtung. Auch in den anderen westeuropäischen Befragungsländern, sowie in Kanada und den USA fühlt man sich
und seine Familie in dieser Hinsicht relativ sicher, weniger als die Hälfte der Befragten hegen hier Befürchtungen, in der Tschechischen Republik befürchten 60 Prozent, dass sich ein Familienmitglied anstecken könnte. In Ägypten, wo seit Januar 2007 bereits fünf Menschen der Vogelgrippe erlagen, sind die Ängste, dass ein Familienmitglied erkranken könnte, erwartungsgemäß am Größten. Acht von zehn Befragten gaben an, sich dahingehend Sorgen zu machen. Aber auch in Saudi Arabien, wo noch keine menschlichen Opfer zu beklagen waren, sind zwei Drittel der Befragten sehr besorgt, weitere zehn Prozent immer noch mäßig besorgt darüber, dass ein Familienmitglied erkranken könnte.

Essgewohnheiten ändern sich
Unabhängig davon, wie hoch die Befürchtungen hinsichtlich der Vogelgrippe und der Erkrankung von Familienmitgliedern in den einzelnen Ländern auch sind, einen Einfluss auf das Essverhalten hat die Vogelgrippe in allen Ländern.

Obwohl sich die Deutschen, verglichen mit den übrigen untersuchten Ländern, wenig Sorgen hinsichtlich der Vogelgrippe machen, treffen sie doch Vorsichtsmaßnahmen. 13 Prozent der Konsumenten beschränken ihren Konsum an Hähnchenfleisch, zehn Prozent essen außerdem weniger Eier und ebenfalls 13 Prozent weniger Putenfleisch. Allerdings scheinen die Befürchtungen der Deutschen, sich durch infiziertes Geflügelfleisch mit dem Vogelgrippe-Virus anstecken zu können, zurückzugehen. Im letzten Jahr gaben noch fünf Prozent mehr an, nicht mehr so viel Hähnchenfleisch zu verzehren. Zudem wollten 2006 drei Prozent mehr als in diesem Jahr darauf achten, ihren Eier-Konsum einzuschränken.

Deutlichere Auswirkungen auf den Geflügel- und Eierkonsum gibt es erwartungsgemäß in den Ländern, die die größten Befürchtungen hinsichtlich der Vogelgrippe haben. In Ägypten essen 42 Prozent der Befragten weniger Hähnchenfleisch, 36 Prozent weniger Eier und 43 Prozent weniger Putenfleisch. Ein Drittel sowohl der thailändischen als auch der saudiarabischen Bevölkerung schränkt ebenfalls ihren Verzehr von Hähnchenfleisch ein, jeder fünfte Thailänder achtet zudem darauf, weniger Eier zu essen, ca. jeder dritte Befragte in Saudi Arabien, weniger Putenfleisch zu sich zu nehmen.

Eindeutiger Auftrag an die Regierungen
In engem Zusammenhang mit den Sorgen und Ängsten, die die Vogelgrippe und die mögliche Erkrankung von Bekannten und Familienmitgliedern betreffen, steht der Wunsch der Bevölkerung nach mehr Beachtung durch die Regierung, der in Saudi Arabien und Thailand mit ca. 80 Prozent am deutlichsten ausgepägt ist. In Europa, Kanada und den USA fühlt man sich dagegen gut versorgt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung dort ist mit den Maßnahmen ihrer Regierung bezogen auf die Vogelgrippe zufrieden. Auch hier steht Deutschland wieder an der Spitze mit 60 Prozent der Befragten, die meinen, ihre Regierung schenke der Thematik genau die richtige Aufmerksamkeit und sogar elf Prozent, die die Beachtung bereits zuviel des Guten finden.

Steckbrief

Methode:
Ipsos Omnibus-Netzwerk. Repräsentativstudie in acht Ländern: Ägypten, Deutschland,
Großbritannien, Kanada, Saudi Arabien, Tschechische Republik, Thailand, USA.
Befragt wurden 500, 1000 und 2300 Personen. In vier Ländern wurde die Studie online
durchgeführt, in drei Ländern telefonisch und in einem Land face-to-face. In den Ländern, in
denen online gefragt wurde, wurde die Erhebung im Rahmen des i:omnibus durchgeführt.
Feldzeit: Mai / Juni 2007

Über Ipsos

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