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Ipsos-Studie: Acht von zehn Internetusern teilen ihr Leben im Netz – Deutsche zurückhaltender als der Rest der Welt

Hamburg, 11. Juni 2013. Das neueste Urlaubsfoto in Echtzeit posten, Freunden zeigen, auf welchem Event man sich aktuell befindet und mitteilen, bei welchem Designerladen man derzeit Rabatt bekommt – Deutschland ist „on“, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Weltweit klicken 81 Prozent der Nutzer in sozialen Netzwerken und auf Unternehmensseiten auf den „Share“-Button und teilen so ihr Leben, ihre Einstellungen und manchmal auch ihre Gefühle. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des international tätigen Marktforschungsinstituts Ipsos.

In Deutschland werden persönliche Inhalte (noch) nicht häufig geteilt

Heutzutage ist es sehr einfach, mittels „Like“, „Share“ und „Gefällt mir“ etwas zu kommentieren, eine Konversation zu starten oder den aktuellen Status bekannt zu geben. Ein Viertel der Internetuser weltweit gibt an, alles oder zumindest das Meiste aus seinem Leben hinaus ins WorldWideWeb zu tragen. Keine Privatsphäre, kein Filter. 57 Prozent teilen das Eine oder Andere, ihnen allen gegenüber steht jeder fünfte, der gar nichts über sich preisgibt, zumindest nicht im Internet.

In Deutschland sind wir noch lange nicht so weit: Nur knapp jeder Zehnte (9%) lässt ungefiltert jeden an seinem Leben teilhaben und teilt alles oder zumindest einen Großteil, 55 Prozent geben ab und zu Statusmeldungen, Fotos oder Links weiter und ein Drittel der Deutschen enthält sich komplett.

Die deutschen Männer sind im Internet ein bisschen offener als die Frauen, 11 bzw. 5 Prozent teilen alles oder zumindest das Meiste via Internet.

Global sind die Internetuser in Saudi-Arabien am offenherzigsten, sechs von zehn Personen teilen alles oder das meiste im Internet. Japan ist mit 4 Prozent das weltweite Schlusslicht.

Jeder fünfte Deutsche teilt gern Artikel oder Videos

Jedes Engagement im Internet ist freiwillig, niemand muss einen Beitrag mit anderen teilen. 22 Prozent in Deutschland machen dies dennoch – dies ist der niedrigste Wert in Europa. In der Türkei sind es dreimal so viele Internetuser (61%), die Artikel oder Videos teilen. Amüsant für die User, für Unternehmen jedoch hin und wieder auch eine finanzielle Katastrophe, wenn sich z.B. fehlerhafte Werbeaktionen in Windeseile verbreiten. Auch hier ist Japan mit 11 Prozent das Land mit dem niedrigsten Engagement im Internet.

Jeder vierte Internetuser weltweit gibt sich im Netz extrovertiert

Rund ein Viertel (24%) der Internetuser weltweit agiert aktiv im Netz und startet gezielt Konversationen oder postet Ideen. Unternehmen nutzen teilweise bereits diese Offenheit und fördern das Engagement der User, indem sie ihnen Plattformen bieten um beispielsweise neue Produktideen zu generieren oder Neuheiten zu diskutieren.

In Deutschland ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, nur 14 Prozent starten eine neue Diskussion, bei den jüngeren Nutzern bis 35 Jahren ist es bereits jeder Fünfte. In Indien (45%) und der Türkei (37%) sind die Internetuser schon erheblich offener, in Belgien (9%) gibt es wie in Deutschland noch Nachholbedarf.

Ständige Erreichbarkeit ist „the new normal“

Beim Posten, Bloggen und Teilen in Echtzeit gibt es einen ständigen Begleiter – das Smartphone. Jeder ist immer und überall erreichbar und dies ist von den Nutzern auch gewollt: Nahezu zwei Drittel der Deutschen (64%) bestätigen, dass sie ihr Handy oder Smartphone nie oder nur selten ausschalten. Frauen (67%) haben noch eher das Gefühl als Männer (61%), etwas zu verpassen und die unter 35jährigen (70%) schalten das mobile Endgerät natürlich weitaus seltener aus als die 50-64jährigen (55%).

Die Deutschen liegen mit diesem Verhalten voll im Trend, weltweit sind es etwas mehr als zwei Drittel, die ihrem Handy kaum eine Pause gönnen. In Russland sind die Handybesitzer am konsequentesten, 84 Prozent von ihnen schalten das Handy selten oder nie aus, im Gegensatz zu „nur“ etwas mehr als der Hälfte der Besitzer in Kanada und Saudi-Arabien (55%). In Europa sind es die Franzosen, von denen lediglich 57 Prozent den „Off“-Knopf kaum betätigen.

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