Ipsos Newsfeed

Lebensmodelle der Deutschen

„Ehe mit Trauschein und Kindern“ ist beliebteste Lebensform

Hamburg, 29. Oktober 2013. Für drei Viertel der Deutschen ist die Ehe mit Trauschein und Kindern die erstrebenswerteste Lebensform. Obwohl nur jeder dritte Bundesbürger (33%) derzeit so lebt , wünschen sich mehr als doppelt so viele (76%) die traditionelle Ehe mit Kindern. „Das finde ich persönlich erstrebenswert“ sagen 82 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer in Deutschland. Dies geht aus Ergebnissen einer aktuellen Repräsentativbefragung hervor, die Zukunftsforscher Horst Opaschowski in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos auf repräsentativer Ebene ermittelte. 1.000 Personen ab 14 Jahren wurden in Deutschland danach gefragt, welche Lebensform sie für sich persönlich erstrebenswert finden und welche sie aktuell leben.

Die Einstellung zu Ehe, Kindern und Familie wird wesentlich durch die persönlichen Lebensverhältnisse bestimmt. Das klassische Lebensmodell „Ehe mit Trauschein und Kindern“ favorisieren mehr Westdeutsche (77%) als Ostdeutsche (71%) und mehr Besserverdienende (79%) als Geringverdienende (65%). Kinder und Familie muss man sich auch leisten können.

Junge Generation im Dilemma zwischen Wunsch und Wirklichkeit

„Im Hinblick auf den demografischen Wandel und seine sozialen Folgen sind die Ergebnisse der Ipsos-Umfrage bemerkenswert“, so Professor Opaschowski. „Die junge Generation hat die Leitbilder ihrer Eltern verinnerlicht und will sie weiterleben.“ Zwar strebt knapp jeder Dritte (32%) der Unter-35-Jährigen eine Partnerschaft mit Kindern aber ohne Trauschein an, die deutliche Mehrheit  favorisiert jedoch das klassische Familienmodell. Jeder fünfte dieser Altersgruppe (21%) hat das Modell Ehe/Trauschein/Kinder bereits verwirklicht, doch mehr als dreimal so viele (70%) sehnen sich danach. In der großen Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit spiegeln sich unter Umständen die unsicheren Zeiten wider. Opaschowski: „Ohne festen Arbeitsplatz und sicheres Einkommen wird die Familiengründung zum Lebensrisiko. Lange Ausbildungszeiten, befristete Arbeitsverträge und unzureichende Kinder-Betreuungsplätze sorgen für Zeitverzögerungen und einen Aufschub von Geburten. Als Zukunftstendenz zeichnet sich ab: Eltern bekommen später Kinder.“

Die „Generationenfamilie“ als Lebensform der Zukunft

Neben Ehe und Lebenspartnerschaft spielt die Generationenfamilie mit Kindern, Eltern und Großeltern in der Wunschskala der Deutschen eine große Rolle. Zwar leben derzeit nur drei Prozent der Bevölkerung als „Großfamilie unter einem Dach“. Mehr als vier Mal so hoch ist aber der Anteil (14%) der Befragten, der sich für die Zukunft die Generationenfamilie als Lebensmodell wünscht. Zukunftsforscher Opaschowski: „Die Drei-Generationenfamilie, die in unsicheren Zeiten miteinander lebt und füreinander sorgt und Verantwortung trägt, kann zum Zukunftspotential für den Zusammenhalt der Gesellschaft und zum Sparpotential für den Sozialstaat werden. Bei der Diskussion um das Familiensplittung muss auch das Generationensplittung mit bedacht werden.“

Die meisten Alleinlebenden wollen keine Singles bleiben

Fast jeder vierte Bundesbürger (24%) lebt allein – ein Viertel dieser Gruppe möchte es auch dabei belassen. Jedoch ist die deutliche Mehrheit (58%) der Singles in Deutschland  auf der Suche nach Zweisamkeit oder Gemeinsamkeit. Opaschowski: „Die einen leben allein, weil sie es wollen, die anderen, weil sie es müssen. Die Möglichkeit, die Tür hinter sich schließen zu können, wird von den einen als willkommene Freiheit und von den anderen als Ausgrenzung erlebt. Für Letztere kann insbesondere im Alter das Alleinleben zum Synonym für Einsamkeit werden. Auf dem Weg zu einer passenden Partnerschaft wird das gewollte Übergangsstadium zum unfreiwilligen Alleinsein auf Lebenszeit. Umso wichtiger wird dann die Kontaktpflege zum Freundes- und Bekanntenkreis, zur Nachbarschaft oder Hausgemeinschaft.“

Fazit Professor Opaschowski

Die Bürger setzen für sich selbst ganz persönliche Prioritäten: Der Ehe, der Lebenspartner-schaft und der Generationenfamilie gehört ihre besondere Wertschätzung. Diese drei Lebensformen führen die Hierarchie ihrer Lebensmodelle an. „Das Leitbild Ehe lebt weiter; der Ehebegriff wird nicht aufgelöst. Und auch die Familie ist kein Auslaufmodell. Ehe, Kinder und Familie sichern weiterhin das Fortbestehen der Gesellschaft. Familienpolitik bleibt Zukunftspolitik“.

Steckbrief

Methode:

Capibus™ Computer Assisted Personal Interviewing, im Haushalt des Befragen, random route - zufällig ausgewählter Haushalt und Befragungsperson

Stichprobe:

1.000 Personen ab 14 Jahren

Grundgesamtheit:

Deutschsprechende Bevölkerung in Privathaushalten

Feldzeit:

16. bis 22. September 2013

Die Ergebnisse sind hoch rechenbar auf die erwachsene Wohnbevölkerung in Deutschland.  

Über Ipsos

Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung anbietet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Und das in 85 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland beschäftigen wir in unserem „Home of Researchers“ über 500 Mitarbeiter in Hamburg, Mölln, München, Frankfurt und Berlin.

Über Ipsos Observer

Der Forschungsbereich Ipsos Observer steht für B-Q-C „Better-Quicker-Cheaper“ und hat immer die richtige Antwort auf Ihre Fragen. Ipsos Observer hat den Zugang zu allen relevanten Zielgruppen und Märkten national und international, B2C oder B2B. Für jedes Untersuchungsziel finden wir den passenden Ansatz. Wir befragen bevölkerungsrepräsentativ oder Nischen-Zielgruppen. Wir bedienen uns standardisierter Tools oder erarbeiten exklusive Designs für Sie, online oder offline und national oder international. Unser Leistungsspektrum wird abgerundet durch unser Omnibussystem. Unsere nationalen und internationalen Omnibusse bringen Sie mehrmals wöchentlich, schnell und zielsicher zu Ihren Zielgruppen!

Über Professor Horst W. Opaschowski

Professor Dr. Horst W. Opaschowski ist Zukunftswissenschaftler und Berater für Politik und Wirtschaft. Nach dem Studium an den Universitäten Köln und Bonn promovierte er 1968 über die sozialen Folgen der Tourismusentwicklung und entwickelte 1973 im Auftrag der Bundesregierung eine freizeitpolitische Konzeption. Von 1975 bis 2006 war er Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg und bis Ende 2010 Gründer und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen (ehemals Freizeit-Forschungsinstitut). Opaschowskis Themenschwerpunkte liegen im Bereich der empirischen Zukunfts- und Gesellschaftsforschung. Sein aktuelles Buch „Deutschland 2030“ veröffentlichte er 2013.

Teilen

Ähnliche Inhalte

Mehr