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Merkel führungsstark, Steinbrück bürgernah

Ipsos-Demokratiepuls: Interesse am Wahlkampf steigt

Hamburg, 10. September 2013. Wer nun das TV-Duell vor gut einer Woche für sich entscheiden konnte, war nicht eindeutig, sodass beide Parteien ihre Spitzenkandidaten als Sieger reklamieren konnten. Immerhin bescheinigt jeder zweite Deutsche (51%) Peer Steinbrück ein besseres Abschneiden als erwartet, nur 7 Prozent sagen das von der Kanzlerin, die dafür die Erwartungen, die man an sie in diesem Duell hatte, satt erfüllt hat. Zwei Drittel (67%) der befragten Fernsehzuschauer des Duells sehen das so. Das ermittelte die wöchentliche Repräsentativ-Umfrage des Ipsos Demokratiepuls auf Basis von über 700 Personen, die nach dem TV-Duell befragt wurden.

Steinbrück stark bei Sozialthemen, Merkel punktet bei Schuldenkrise und Energiewende
Verglichen mit den Ergebnissen, die vor dem Duell erhoben wurden, zeigen sich deutliche Veränderungen hinsichtlich der politischen Kompetenz, die die Deutschen den Kandidaten in verschiedenen Bereichen zuschreiben. Peer Steinbrück wurde bereits vor dem Duell eine höhere Kompetenz im Bereich sozialer Gerechtigkeit zugeschrieben (45%) als der Kanzlerin (34%). Nach der TV-Debatte hält sogar jeder zweite Befragte (50%) Steinbrück für kompetenter in diesem Bereich, Merkels Wert sinkt auf 26 Prozent. Fast identisch sieht es bei der Frage nach „mehr Bürgerbeteiligung bei wichtigen Entscheidungen“ aus. Der Kanzlerin wird dagegen bei der Euro-Schuldenkrise mehr Kompetenz als Steinbrück zugetraut, nach dem TV-Duell konnte sie diesen Wert von 43 auf 51 Prozent ausbauen, während Steinbrück nach wie vor nur 23 Prozent in diesem Bereich kompetenter finden. Auch in Punkto „Energiewende vorantreiben“ kann Angela Merkel durch das Duell ihren Kompetenzwert deutlich um sechs Prozent steigern (44%), während der von Steinbrück um fünf Punkte auf 34 Prozent sinkt. Wenn es um eine gerechte Steuerpolitik geht, gehen beide Kandidaten gestärkt aus der TV-Debatte, wobei Steinbrück bei diesem Thema insgesamt höher bewertet wird als die Kanzlerin (47 vs 31 Prozent).

Merkel führungsstark, Steinbrück bürgernah
Auch wenn es um die Eigenschaften der Kandidaten geht, tut Steinbrück sich bei einem ursozialdemokratischen Attribut hervor. „Kümmert sich um die Belange der Bürger“ schreiben ihm nach dem Kanzlerduell 45 Prozent der Befragten zu, dies ist eine Steigerung um acht Prozent. Merkel muss bei dieser Eigenschaft nach dem Duell einen Punkt abgeben (36%), wird aber vorher und hinterher mit großem Abstand als führungsstärker eingestuft als ihr sozialdemokratischer Kontrahent. Jeder Zweite (48%) bescheinigt der amtierenden Kanzlerin uneingeschränkt („trifft voll und ganz zu“) Führungsstärke, beim Herausforderer Steinbrück ist es nur jeder Vierte (26%).

Interesse am Wahlkampf steigt
Es scheint, als habe die Simultanübertragung auf den vier großen Sendern noch mehr bewirkt als nur Imagepunkte bei den Kandidaten. Das Interesse am Wahlkampf hat deutlich zugenommen. Gab vor dem Duell nur jeder dritte Deutsche an, „ziemlich“ oder „sehr“ stark am Wahlkampf interessiert zu sein, so stieg dieser Anteil nach der Übertragung der Debatte auf 45 Prozent.

Steckbrief

Der Ipsos Demokratiepuls
Stichprobe: Daten nach dem Duell: n=665 im Zeitraum vom 02.09. bis 08.09.2013
Daten vor dem Duell: n=616 im Zeitraum vom 26.08. bis 01.09.2013
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Methode: Telefonische Befragung (CATI), Dual Frame, Rolling Cross Section Design

Mit dem Ipsos Demokratiepuls lassen sich Veränderungen in der politischen Stimmung in Deutschland tagesgenau beschreiben und analysieren. Durch das Rolling-Cross-Section Design mit einer kombinierten Mobilfunk- und Festnetzstichprobe und der Befragung an sieben Tagen pro Woche erreicht der Ipsos Demokratiepuls ein besseres Abbild der Wählerschaft als viele andere Institute.

Über Ipsos

Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung anbietet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Und das in 85 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland beschäftigen wir in unserem „Home of Researchers“ über 500 Mitarbeiter in Hamburg, Mölln, München, Frankfurt und Berlin.

Der Forschungsbereich Ipsos Public Affairs ist ein leistungsstarker Partner für Politik- und Sozialforschung in Deutschland. Er bietet Auftraggebern aus Politik, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft Einblicke in die Einstellungen und Verhaltensweisen der Bürger. 

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