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Gut leben in Deutschland?

Geldsorgen und Zukunftsängste – große Diskrepanzen in der Wohlstandsbilanz

Hamburg, 17. April 2015. Das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos befragt in Zusammenarbeit mit Zukunftsforscher Opaschowski im Rahmen des Nationalen Wohlstandsindex für Deutschland (NAWI-D) bereits seit 2012 die Bundesbürger kontinuierlich, was sie unter Wohlstand und gutem Leben verstehen und wie sie ihre eigene Lebenslage derzeit einschätzen. In erster Linie werden erwartungsgemäß mit Wohlstand und gutem Leben materielle Werte verbunden, wie keine finanziellen Sorgen (75%), ein sicheres Einkommen (68%) haben, Eigentum besitzen (63%) und der Wunsch, sich materielle Wünsche erfüllen zu können (63%). Der deutschen Wirklichkeit gegenübergestellt, zeigen sich in dieser ökonomischen Dimension allerdings eklatante Defizite. Nur 37 Prozent der Befragten geben an, tatsächlich finanziell sorgenfrei zu leben, jeder Zweite sieht sein Einkommen nicht sicher, ebenso Wenige besitzen Eigentum. Materielle Wünsche kann sich nicht einmal jeder Dritte erfüllen.

„Da mag es der Wirtschaft noch so gut gehen: Gut und sicher leben können die meisten Bundesbürger derzeit nicht. Sie haben große Zukunftssorgen“, so Professor Horst Opaschowski. Die nachweisbaren Geldsorgen und Zukunftsängste der Bevölkerung deuteten darauf hin, dass die Balance zwischen der Wirtschaftsstärke des Landes und dem Wohlergehen der Menschen gefährdet sei.

Gesundheitsversorgung ist ebenso wichtig wie eine sichere Zukunft

Neben den ökonomischen Belangen heißt „Gut leben“ und Wohlstand für über die Hälfte der Deutschen aber auch „sich eine gute medizinische Versorgung leisten können“ (55%), „sich gesund fühlen“ (54%) oder „keine Angst vor der Zukunft haben“ (54%). Auch hier zeigt sich ein Ungleichgewicht zur erlebten Realität. So können sich nur 44 Prozent der Bundesbürger nach eigener Aussage eine gute medizinische Versorgung leisten. Nur 39 Prozent der Befragten behaupten von sich, keine Angst vor der Zukunft zu haben. Grund genug für Zukunftsforscher Opaschowski,  mehr Engagement seitens der Politik zu fordern: „Politik muss mehr für die Sicherheit der Bürger einstehen und Verantwortung übernehmen: Von der Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit bis zur Sicherheit, selbst für die eigene Zukunft finanziell vorsorgen zu können. Nur dann kommt Lebensqualität bei den Bürgern auch an und ist‚ gutes Leben‘ in Deutschland möglich“.

Familie, Freunde, Freiheit und Frieden – eine sichere Hypothek

Es macht Hoffnung, dass die Bundesbürger im Bereich des gesellschaftlichen Wohlbefindens eine positive Bilanz aufweisen. Zwei Drittel wissen den Wert guter Kontakte zur Familie (67%) und zu den Freunden (63%) zu schätzen. Hier finden sie soziale Geborgenheit. Auch Meinungsfreiheit (61%) und das friedliche Zusammenleben mit den Mitmenschen (67%) sind Realität, tragen zur Lebensqualität und Lebenszufriedenheit der Bevölkerung bei und helfen, manche finanziellen Nöte wenigstens teilweise auszugleichen.

Im Zusammenhang mit der gerade gestarteten neuen Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist“ erfahren die Ergebnisse aus dem Nationalen Wohlstands-index von Ipsos eine besondere Aktualität. Managing Director Hans-Peter Drews dazu: „Die kontinuierlichen Repräsentativumfragen der letzten zwei Jahre weisen ein hohes Maß an Stabilität auf. Der NAWI-D ergänzt durch sein erweitertes Indikatoren-System das BIP und bezieht auch Vorstellungen von der Lebensqualität der Bürger ein. Bei der Frage nach den politischen Prioritäten und Entscheidungen der nahen Zukunft gibt unsere Wohlstandsbilanz verlässliche Antworten.“

Ipsos NAWI-D: Wohlstandsbilanz

Steckbrief

Seit Frühjahr 2012 konzipiert Ipsos Observer gemeinsam mit Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowski ein neues Wohlstandsbarometer als Basis für einen umfassenden Nationalen WohlstandsIndex für Deutschland (NAWI-D). Basis: 20.000 Personen ab 14 Jahren, Persönliche Omnibusbefragung mit CAPI – Computer Assisted Personal Interviewing. Feldzeit: 2012 bis Ende 2014.

Berechnung der Wohlstandswirklichkeit im Ipsos NAWI-D

Über bevölkerungsrepräsentative Vorbefragungen wurde eine Batterie von 30 Aussagen entwickelt, die das Thema Wohlstand aus Sicht der erwachsenen Wohnbevölkerung in Deutschland umfassend abdeckt. Diese 30 Aussagen wurden in einer wiederum bevölkerungsrepräsentativen Umfrage mittlerweile 20.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren vorgelegt. Die Einstufung seitens der Befragten erfolgte anhand einer 10er-Skala, die von 1 = „trifft für mich überhaupt nicht zu“ bis 10 = „trifft auf mich voll und ganz zu“ reicht.

Sofern nicht anders aufgeführt, wird im Text auf die so genannten Top 3 - Werte bzw. deren Komplementärgröße zurückgriffen. Der Top 3 - Wert zu einer Aussage enthält somit die Skalenwerte 8, 9 und 10. Dann wird die Aussage für den Befragten als ausreichend erfüllt angesehen. Bei den Werten 1 – 7 wird sie als nicht ausreichend erfüllt angesehen.

In die Berechnung des NAWI-D fließen pro Wohlstandsdimension die drei für die Bürger relevantesten Aussagen ein. Die bei jeder dieser zwölf Aussagen gemessene Wohlstandswirklichkeit wird mit deren jeweiligen Bedeutung in Bezug gesetzt, d. h. gewichtet. Daraus werden für jede  Wohlstandsdimension als auch für den Wohlstand insgesamt der NAWI-D berechnet.

Über Ipsos und Ipsos Observer

Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Markt- und Meinungsforschungsinstitut. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in fünf Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Und das in 87 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland beschäftigen wir über 500 Mitarbeiter in Hamburg, Mölln, München, Frankfurt und Berlin. 2015 feiert Ipsos 40-jähriges Jubiläum und führt den neuen Claim „Game Changers“ ein. In einer sich immer schneller verändernden Welt müssen wir uns als Marktforscher anpassen und gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, unsere Kunden mit präzisen und umsetzbaren Analysen bei ihrer Veränderung zu unterstützen.

Für die Erhebungen zum Wohlstandsbarometer greift Ipsos Observer auf seinen eigenen bundesweiten Interviewerstab zurück, der erfahren in der Durchführung sozialwissenschaftlicher Studien mit anspruchsvollen Designs ist. Die Datenerhebung erfolgt mittels persönlicher Interviews in den Zielhaushalten im Rahmen der wöchentlichen CAPI-Mehrthemenumfragen.

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